Donnerstag, 14. August 2014

Die andere Sorte schön.

Visit this Link to see the former Campaign:

Vor ein paar Tagen wurde ich für die IMPERFECTION. Kampagne von KLEINSTADTREBELL in Braunschweig fotografiert.
Das Projekt findet bereits zum zweiten Mal statt, ich bin jedoch zum ersten Mal dabei.
Bei IMPERFECTIONS. geht es um Schönheit, bzw um Einzigartigkeit.
Es werden Menschen fotografiert und gefilmt, die nicht gerade dem typischen Schönheitsideal entsprechen und eher durch Makel oder Besonderheiten eine andere Sorte Schönheit ans Licht bringen.
Bis die Kampagne Online geht und mit einer Ausstellung, Plakaten und Postkarten unterstützt wird, würde ich gerne mit euch über Schönheit sprechen. Gerade als Model wird man oft mit diesem Thema konfrontiert, aber ich glaube ein jeder von uns beschäftigt sich damit.
Es heisst Schönheit liegt im Auge des Betrachters und ist genauso individuell, wie wir selbst.
Warum können Mädchen, die ein bisschen mehr als Kurvig sind und Jungs, die vielleicht keinen Astralkörper haben nicht genauso schön sein, wie jeder andere von uns auch?
Medien, Werbekampagnen und Co. geben uns ein bestimmtes Schönheitsideal an und wer da nicht rein passt, fällt raus. Bereits als Kind bekommen wir gesagt was einen schönen Menschen ausmacht und wenn wir älter werden, ändert sich das meist nicht.
Mädchen fangen an alle gleich auszusehen und Jungs ja sowieso. 
Wer schön ist, gibt den Ton und was ist mit denjenigen von uns, die von Natur aus ein anderes Aussehen bekommen haben oder sich gerade weil sie anders sind, schön fühlen? Sind diese Menschen dann automatisch weniger schön oder gar hässlich?
Während ich für dieses grossartige Projekt fotografiert wurde, konnte ich nicht anders als mich selbst zu fragen, was genau einen Menschen schön macht.

Filming the new IMPERFECTIONS Camapign

Ich habe mit 16 angefangen als Model zu arbeiten und fand mich vorher eigentlich nie besonders schön. Ich war ein pummeliges Kind mit ganz schiefen Zähnen, viel zu dicken Haaren und einem eigensinnigen Kleidungsstil. Auch wenn meine Mama und meine Schwester mir gesagt haben ich würde schön sein, war das Spiegelbild, dem ich jeden Morgen entegenblickte nicht jenes, das in meinem Kopf existierte, was auch der Grund war wieso ich mich nie hässlich fühlte.
Aber vor allem wenn ich versuchen sollte mich den Jungs in meiner Schule anzupassen und in deren Klamotten eine gute Figur zu machen, fühlte sich das einfach nur merkwürdig und nicht richtig an.
So lange ich denken kann, so lange bin ich eigentlich auf Diät, da ich anders, als die meisten Menschen in diesem Job nicht damit gesegnet wurde alles essen zu können, was ich möchte ohne zuzunehmen - und als Sohn eines Eiskonditors sah ich auch dementsprechend aus (wie ich euch auf diesem Blog ja schon oft gezeigt habe).
Erst als ich älter wurde und begriff, dass das Schönheitsideal, das in meinem Kopf existierte auch Wirklichkeit werden könnte, gelang es mir abzunehmen.
Ich stellte meine Ernährung um und wurde dünn, für manche auch zu dünn oder gar unmännlich, aber zum ersten Mal im Leben sah ich aus, wie ich wirklich aussehen wollte.
Ich wurde nach sechs langen Jahren endlich von meiner Zahnspange befreit und meine Haare wurden immer länger.
Ein Jahr später unterschrieb ich meinen ersten Modelvertrag.
Heute mit 21 Jahren sehe ich so aus, wie ich immer aussehen wollte. Vielelicht nicht unbedingt wie ein klassisch schöner Mann heute aussehen sollte, aber deswegen fühle ich mich nicht weniger schön.

21

Während des Imperfections. Shooting fragte mich eines der Models, wieso ich denn hier fotografiert werde, sie würde keine Makel sehen.
Ich selbst jedoch schon und die Gesellschaft zeigt es einem täglich. Die Kommentare in der Ubahn sprechen für sich selbst und Magazin Cover mit Jungs, die meinem Schönheitsideal entsprechen sieht man wohl auch eher selten. (auch ein Grund wieso ich umso dankbarer für dieses Projekt bin)
Das alles sagt uns doch was als schön gesehen wird und was eben nicht.
Ich freue mich wirklich sehr das Gesicht dieser Kampagne zu werden und merke selbst wie viel Energie sich zu diesem Thema in mir aufgestaut hat.
Auch wenn es viel einfacher ist sein Aussehen zu hassen, statt sich selbst und seinen Körper zu lieben, sollten wir uns alle daran erinnern, dass wir nur einmal auf dieser Welt sind und dankbar für das sein, was wir haben. Ein jeder von uns hat die Mittel sein Aussehen so zu formen, dass es ihm gefällt, man muss es nur wollen.
Eines kann ich euch jedoch schon sagen, wer sich selbst nicht liebt, wird auch in einem vermeidlich perfekten Körper nicht glücklich und das ist vielleicht eine Kleinigkeit, an der wir uns ganzes Leben lang arbeiten müssen.

Donnerstag, 7. August 2014

Fussballbekentnisse - Confessions of a hopeless Dreamer Part 7.

Gleich mal vorweg - ich bin kein Fussballfan (ich weiss, jetzt wundert ihr euch sicher alle) - aber dennoch freue ich mich über den allgemeinen Zusammenhalt, den unsere Gesellschaft während Zeiten grosser Fussballturniere, wie der WM, völlig öffentlich auslebt.
2014 ist Deutschland Fussball-Weltmeister geworden (und wenn ich mich nicht irre sogar zwei Mal, in einer Jugend Liga auch, oder?) und damit immer noch komplett vertreten in jedem Medium.
Bloggerinnen, die eigentlich keine Ahnung von Fussball haben, zeigen ihre Lieblings-Schwarz-Rot-Gold Looks und im Radio sprechen sich die Moderatoren gegenseitig mit Herr Weltmeister an, sogar in meinem Freundeskreis finden sich ganz neue Formen des Fussballfetischismus -alles gut- nicht ganz mein Stil-aber dennoch, ich freue mich immer noch über oben bereits erwähnten Zusammenhalt.
Neulich traf ich mich mit einem Freund zum Essen.
Diese Verabredung hatten wir schon seit ein paar Wochen vor uns hingeschoben - der Grund dafür? Fussball.
Keiner von uns beiden war sonderlich an den Spielen interessiert, aber da es kaum möglich war, sich in einem Cafe oder Restaurant zu treffen ohne lautstark jubelnde Fans im Hintergrund, beschlossene wir die WM abzuwarten.
Mit genügend Luft dazwischen, schafften wir es also vor ca. einer Woche in meinem Lieblingscafe Cotidiano in München und als ich gerade ausholen wollte um ihm von meinen Erlebnissen auf der Fashionweek zu erzählen, unterbrach uns der Anblick eines Schweinsteiger Trikot tragenden Fussballfans.

Der Junge war ca. 19 Jahre alt und schien sich sehr wohl in seiner Uniform zu fühlen, die er mit einem Fussball Zylinder auf dem Kopf perfektionierte (#ootd) und sich dabei einen Coffee to Go bestellte.
Während ich versuchte den Faden in meiner Unterhaltung zu finden, kam ich nicht umhin mein Gespräch auf das Thema Fussball zu lenken.
Statt über Fashion, sassen wir also dort und sprachen über Fussball, (doch ist ein Gespräch über Fussball, zurzeit nicht auch ein Gespräch über Fashion?) fast schon wie zwei echte Jungs, eben.
(Ich bestellte mir sogar eine Apfelsaftschorle um den Anblick von Bier zu imitieren!)
Ich begann mich zu fragen, ob der Junge in Fussball-Montur von mir wohl den selben Eindruck hatte, wie ich von ihm.
Worauf ich hinauswollte, war ein Erlebnis, das mir seit dem ersten Deutschland-Spiel dieses Jahr in nicht mehr aus dem Kopf gehen wollte.
Ich kam gerade von einer Veranstaltung mit Blumenkranz auf dem Kopf und Paillettenjacke über die Schulter geworfen und begegnete auf dem Nachhauseweg einer Horde Fussballfans, die sich Capes aus Deutschland Flaggen gebastelt hatten, Gesichtsbemalung als Make Up benutzen und riesige Fussballhüte auf dem Kopf trugen (wie der Junge im Cafe eben auch) und sich (wie sollte es auch anders kommen) über mein Outfit lustig machten.
(Genau, ich war es, der lächerlich aussah...)
Wirklich ernst nehmen konnte ich die Jungs nicht, aber ich fand es schon ironisch, dass sie mich scheinbar für verkleidet hielten, wo sie (zumindest in meinen Augen) die mit der Verkleidung waren!
Im Alltag sieht man Jungs, in bodenlangen Deutschland-Capes ja doch eher selten.
Erlebnisse, wie diese sind es, die meine Mama in WM Zeiten keine Nacht ruhig schlafen lassen, weil sie immer damit rechnen muss, dass einer von ihnen doch so viel getrunken hat um seine Drohungen in die Tat umzusetzen.
(Vielleicht bin ich ja deswegen kein Fussball-Fan?!)
Fussball-Euphorie konnte ich noch verstehen, aber wieso dieses ganze Outfit? Sonst scheinen diese Jungs ja auch nicht viel von passender Kleidung zu halten.
'Das ist keine Verkleidung, das gehört eben dazu und macht Spass' erzählte mir am selben Abend mein Nachbar, der ebenfalls dachte ich wäre verkleidet und mit dem ich im Aufzug diesem Thema auf den Grund ging.
Wenn es also Spass ist und man sich irgendwie besser fühlt, weil man das Gefühl hat man würde etwas beitragen, ein Stück des Ganzen werden, dann hatte dieser ganze Fussball Look ja doch mehr mit Mode zu tun, als ich es eigentlich vermutet hatte.
Eigentlich taten diese Jungs nichts anderes, als ich - sie drückten das, was sie fühlten mit Hilfe von Mode aus und versuchten einem bestimmten Dresscode zu entsprechen.
Wenn ich es als nicht-Fussball-Fan schaffe, zu respektieren (und ich würde bis heute keinen blöden Kommentar über jemanden, der mir auf der Strasse in so einer Montur über den Weg läuft, erlauben), dass es für eben solche dazu gehört so einen Look zu tragen, konnte ich mir dann auf der anderen Seite nicht das selbe erwarten?
War es wirklich zu viel erwartet, dass eine Gruppe von Jungs, die es offensichtlich 'geil' finden sich für ein Fussball Spiel aufzurüschen, ein bisschen Verständnis für Menschen hat, die das Selbe auch im Alltag gerne machen? Eben auf ihre Art und Weise und um ihr eigenes Team zu unterstützen. (Team Fashion!Wohhhooo)
All diese Gedanken und keiner brachte mich zu einer Antwort. Wieso auch? Gäbe es die, hätte ich meine negativen Erlebnisse in U-Bahn und Co. hier nicht in zahlreichen Posts dokumentieren müssen.
Vielleicht ist es auch eine naive Wunschvorstellung, dass Jungs, die sich mit Flaggen schmücken und Fussbälle als Hut tragen genauso viel Verständnis für Jungs haben, die einfach gerne Blumen im Haar tragen, (und ein Paar tun dies sicher auch) aber es wäre schön, wenn unsere Gesellschaft ein bisschen was von jenem legendären Zusammenhalt, auch ausserhalb der WM an den Tag legen würde.
Und das wiederum ist etwas, das hoffentlich nicht immer eine naive Wunschvorstellung bleiben muss…


Munich goes NYC with Donna Karan New York.

mit Lisa vom Blogger Bazaar und Rita Ora :D

In einem früheren Post habe ich mal erwähnt, dass die bayerische Hauptstadt München an fast jedem Tag der Woche mit einer glamourösen Abendveranstaltung lockt - vergangenen Dienstag jedoch, verwandelte sich die Dachterrasse des Cafe Vorhölzer Forum in ein elegantes New York City Event.
Ganz im Zeichen der amerikanischen Modemetropole stellte das Label DKNY seinen neuen Duft MYNY vor und und sorgte mit riesigen Cyber-Herzen und Bildern des aktuellen Testimonials Rita Ora für die richtige Atmosphäre.
Helium gefüllte MYNY Ballons und eine Rita Ora-Fotobox erledigten den Rest.

#beapartofit #myny #dkny

Der Duft passt eigentlich perfekt in die Duft-Familie von DKNY, die ich schon seit Jahren im Badezimmer Schrank meiner Mutter und Schwester bewundern darf.
MYNY ist jedoch anders als die Parfums, die wir von DKNY gewohnt sind, da er ausgesprochen feminin und süß duftet und sich damit auch in einem überfüllten Raum, voller Fashionistas von der Masse abhebt und seinen eigenen Akzent setzt - in meinen Augen eine Eigenschaft, die einem nicht nur in einer Stadt, wie New York zum persönlichen Vorteil verhelfen kann ;)
Am 11. August gibt es dann auch die MYNY-Website dazu und glaubt mir, der Vorgeschmack allein hat gereicht um in mir den Wunsch zu streuen in die Stadt zu ziehen, die niemals schläft.
Heimat so vieler moderner Märchen, wie Gossip Girl, The City und natürlich unser aller Lieblingsserie Sex and the City(was auch sonst?!).

Being a super 70s Beachbabe and wearing Vintage Versace / Ray Ban / Asos Tall Trousers / Pepe Jeans London Bag / H&M Shoes

Bis es jedoch so weit ist, muss ich von den Erinnerungen dieser New York inspirierten Party zerren, das ist schliesslich ein gelungener Vorgeschmack gewesen, auf das glamouröse Grossstadt Abenteuer, das in New York nur auf einen Träumer, wie mich wartet.
Irgendwann einmal...

Mittwoch, 6. August 2014

Im Gespräch mit DIMITRI.

Vergangene Woche habe ich versucht in meiner Kolumne für die Huffington Post die Berliner Fashionweek ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen und habe meine persönlichen Eindrücke dazu geschildert.
Einer, der die Fashionweek aus einer ganz anderen Perspektive kennt, ist der 37-jährige Dimitrios Panagiotopoulos.
Er ist der Mann hinter dem Modelabel DIMITRI (2007 gegründet), das von Stars in ganz Deutschland über der den roten Teppich getragen wird und seit meinem ersten Besuch auf der Fashionweek zu meinen Lieblingsshows zählt.
Tragbarer Glamour, schillernde Farben und Statement Kleider - das ist es was ich an DIMITRI liebe, heute erzählt mir der Designer, der am Instituto Marangoni in Mailand seinen Master gemacht hat, was für ein Gefühl es ist Berühmtheiten in seinen Kleidern zu sehen, was er über die Berlin Fashionweek denkt, was für Ratschläge er jungen Designern gibt und natürlich was wir in Zukunft von DIMITRI erwarten können.

Mit DIMITRI Gründer Dimitrios Panagiotopoulos nach seiner letzten Show in Berlin

Die meisten Designer erzählen von frühen Kindheitsräumen, wusstest du bereits als Kind, dass Mode dein Leben dominieren würde?
Anfangs konnte ich mich nicht entscheiden, ob ich Rechtsanwalt oder Modedesigner werden möchte.
Die Passion für Mode hatte ich bereits doch schon als Kind. Sticken, Stricken und Malen waren meine Hobbies und mit der Zeit habe ich angefangen mich immer mehr für das Thema Mode zu begeistern. Die 90er waren die Ära der Supermodels und somit habe auch ich regelrecht für Linda, Naomi und Co. geschwärmt.
Ich komme aus einer Hoteliersfamilie und meine Eltern hatten mir zu einem „vernünftigen“ Beruf geraten, jedoch konnte ich Sie letztendlich überzeugen und mein Modestudium nach abgeschlossenem Abitur beginnen. 
Abseits des Laufstegs, wie sehr nimmt Mode einen Platz in deinem Leben ein?
Natürlich einen sehr großen! Ich bin ständig unterwegs zwischen Deutschland und Italien. Meine PR-Agentur sitzt in Deutschland, ich bin regelmäßig auf der Fashionweek in Berlin und habe einen Showroom in Zürich und Mailand, dazu kommen noch die Produktionsfirmen, welche verteilt in ganz Italien sind. Zudem kann mein Kopf nicht abschalten und ist ständig am arbeiten. Ich entwerfe zwei Kollektionen pro Jahr inkl. Taschen und Accessoires, eine Interior-Linie und manchmal kommen noch Kooperationen zustande, wie mit Sony oder Guhl. Auch wenn ich auf Reisen bin entdecke ich immer wieder Details oder Dinge, die mich faszinieren und dann beginnt bereits der Prozess in meinem Kopf für die nächsten Entwürfe. 
Früher habe ich mich auch privat sehr für Mode begeistern können, war regelrecht ein Shopping-Freak, heute komme ich jedoch kaum mehr dazu und lege den Fokus lieber auf meine Arbeit.
Deine Mode wird von Stars in ganz Deutschland über den roten Teppich getragen, was für Gefühle löst das in einem Designer aus?
Ich freue mich immer wieder aufs Neue, wenn ich z.B. Sylvie Meiss oder Lena Gercke in meinen Kleidern sehe und die anschließenden Veröffentlichungen in den Magazinen bewundern kann. Das ist wie eine Bestätigung, dass man etwas richtig gemacht hat – man zwingt die Damen ja nicht dazu, dass Sie meine Kleider tragen.
Ich habe mal gelesen ein Designer entwirft Kleidung für die Frau, die er gern hätte oder die Frau, die er selbst gern wäre. Trifft etwas davon auch auf dich zu?
Also ich entwerfe Kleidung für Frauen im Allgemeinen. Es gibt bestimmt einen speziellen Frauentyp den ich anspreche, aber die Frau, die ich gerne hätte, habe ich bereits.
Die Mode von DIMITRI ist immer besonders trendaktuell und trotzdem tragbar. Wie wichtig ist dir Alltagstauglichkeit bei deinen Entwürfen.
Die Alltagstauglichkeit ist mir sehr wichtig und ist bestimmt auch die Stärke des Labels. DIMITRI ist nicht nur ein Hobby für mich! Die Sachen müssen auch verkauft werden, da auch ich Rechnungen zu zahlen habe und Mitarbeiter bezahlen muss.
Wie gross ist der Kompromiss zwischen dem was du als Designer zeigen willst und dem was die Gesellschaft sehen möchte?
Ich gehe kaum Kompromisse ein in meinen Kollektionen. Ich gehe nach meinem Bauchgefühl und mache das, was in meinen Augen den Frauen gefallen könnte.
Was sollte 2014 jede Frau in ihrem Kleiderschrank haben? Und was jeder Mann?
Jede Frau sollte im Sommer 2014 eine bestickte Tunika im Schrank haben und der Mann auf jeden Fall ein paar bunte Tod’s Schuhe.
Farben spielen bei DIMITRI oft eine wichtige Rolle. Woher nimmst du als Designer deine Inspiration?
Ich bin ständig auf Reisen und mich zieht es vorwiegend in den Orient. Ich liebe die Farbpracht Marokkos oder Indiens, welche einen regelrecht überwältigt.
Als Designer, der seine Kollektion auch in Mailand gezeigt hat, wie wichtig stufst du die Berlin Fashionweek ein und wie wird deiner Meinung nach ihre Zukunft aussehen?
Ich denke, man kann Berlin und Mailand nicht miteinander vergleichen und das sollte man auch nicht. Berlin ist jung, frech und hip und wird seinen Platz in der Mode finden. Mailand ist eine Institution, alle großen ital. Modehersteller sind vor Ort und ein „made in italy“ steht für sich selbst.
Ein schwarzer Kimono mit Fransen war mein Highlight in der letzten Kollektion. Hast du ein Lieblingsteil?
Mein Lieblingsteil ist ein Abendkleid mit Giraffenprint, aber auch die Kleider aus Lochspitze finde ich toll.

DIMITRI SPRING/SUMMER 2015

Wieso lebst du noch im Meran und nicht in einer Modehauptstadt, wie es sich für einen Designer deiner Kragenweite gehört?
Tja, das frage ich mich auch manchmal. Ich bin vor ca. 9 Jahren nach Meran zurückgekehrt, nachdem ich in London, Paris, Hamburg und Mailand gearbeitet habe. Ich war zu diesem Zeitpunkt an einem Punkt angelangt, an dem ich mich entscheiden musste, ob ich weiterhin das Leben eines Nomaden führen will oder sesshaft werden möchte. Ich habe mich dann für Italien entschieden und dort mein Label aufgebaut. Mittlerweile ist meine Marke stetig gewachsen und ein Umzug in eine neue Stadt ein größeres Vorhaben. Ich kann nicht sagen, wie lange ich noch in Meran bleiben möchte, da ich auch Verantwortung meinen Mitarbeitern gegenüber habe, aber ich kann sagen, dass ein Standortwechsel nicht ausgeschlossen ist.
Frauen lieben deine Mode, hast du auch schon mal darüber nachgedacht eine Kollektion für Männer zu entwerfen?
Ja, immer wieder und es wäre ein großer Traum von mir dies endlich umzusetzen, aber es fehlt mir im Moment noch die Zeit. Mal schauen, was die Zukunft bringt.
Zum Abschluss, was ist dein Traum als Modemacher? Und was rätst du jungen Menschen mit dem selben Traum?
Mein Traum wäre es, DIMITRI zu einem etablierten internationalen Label zu machen, eine Schuhkollektion für Damen zu entwerfen und meine Interior-Linie weiter auszubauen. Außerdem wäre ich gerne ein fester Bestandteil der Mailänder Fashionweek, sprich mit eigener Show.
Ich rate jungen Menschen immer wieder in der Mode nicht nur das zu sehen, was in der Presse vermittelt wird, die Realität ist nämlich anders. Die Branche ist sehr hart, manchmal unfair und sehr oberflächlich. Du musst dein Handwerk perfekt beherrschen, Ausdauer haben und Tag für Tag kämpfen. Diese Industrie ist sehr schnelllebig: einen Tag bis du hip und am nächsten schon wieder out. Überlege dir zwei mal, ob dies der Beruf ist, den du erlernen möchtest, da du 1 unter 1000 bist! Aber wenn man für das brennt, was man tut und bereit ist hart zu arbeiten, kann es natürlich auch wunderschön und aufregend sein, in diesem Bereich zu arbeiten!

Montag, 4. August 2014

Beinfreiheit.

Micro Shorts everywhere!

…lautete das Motto die letzten Wochen, wenn man den #OOTD auf meinem Instagram Account durchforstet.
Ich gebe es zu, ich habe eine schwäche für Shorts entwickelt, an sich ja nichts besonderes, die Hosen (oder besser Höschen), die es mir angetan haben sind jedoch ultra-kurz und gehen gerade mal so noch als Hose durch.
Angefangen hat es letzten Sommer, als ich mir meine ersten Micro-Shorts bei H&M kaufte und sofort fand, dass es von der Proportion einfach besser aussah, wenn der Saum auf halber Oberschenkel-Länge endete.

Im Hand umdrehen folgten die ersten selbst abgeschnitten Shorts und mittlerweile trage ich im Sommer fast auschliesslich super kurze Hosen, die es glücklicherweise gerade auch überall zu kaufen gibt.
Lieblings-Shorts von H&M zu Zara Bluse und Superga Sneaker
Bestickte Shorts von H&M zu Jeffrey Campbell Boots
Vintage Kimono und Doc Martens zu Shorts von H&M (woher auch sonst)

Wichtig dabei ist mir die Weite der Shorts - denn wenn schon super knapp, sollten die Micro-Shorts wenigstens locker sitzen und das kleine bisschen, dass noch der Fantasie überlassen bleibt, auch wirklich dabei belassen.
XEXTRA Leder Shorts / Eleven Paris Shirt zu H&M Micro Latzhose

(Wichtig hierbei auch die Unterwäsche - enge Unterhosen sind Pflicht, man möchte ja nicht gleich wegen Erregung öffentlichen Ärgernissen verhaftet werden!)

#fromwhereIstand mit Strenesse und H&M

Und damit der Auftritt in den kurzen Hosen auch garantiert gelingt, sollte man auch gleich die passende Badehose mitkaufen, denn nichts sieht schauderhafter aus, als halb gebräunte (Männer-)Beine.
Mir gefallen die des italienischen Bedamodenherstellers Calzedonia besonders gut, da sie den retro-Charme der 60er und 70er verkörpern, bei H&M gibt es diese Saison jedoch auch vergleichbare Modelle für unter 20€!
(Also los, gehet hin und shoppet!)

Bade-Shorts

Ein kleiner Tipp am Rande, wer (wie ich) oft keine Zeit hat sich stundenlang in der Sonne braten zu lassen, sollte seiner Haut einen Gefallen tun, zum unglamourösen Regal in der nächsten DM-Filiale gehen und sich den Sun Dance Selbstbräuner besorgen.
In richtiger Dosis angewandt, sieht das Ergebnis total natürlich aus und macht aus Bräunungsstreifen bloss noch einen allgemeinen Mythos.
Die Wunderwaffe aus der Sprühflasche gibt es schon für 2,50€ und ist tierversuchsfrei.
Fleckige Hände und orangene Streifen sind nahezu unmöglich, da ihr das transparente Spray direkt auf die Haut sprüht und so gar nichts verteilen müsst.
Damit ihr eure Beine auch noch in Topform bringen könnt um in den Shorts wirklich den optimalen Auftritt zu geniessen, habe ich heute etwas wirklich seltenes für euch - einen Fitnesstipp!
(Ich kann es selbst kaum glauben)
Kniebeugen mögen euch vielleicht veraltert vorkommen, erfüllen ihren Zweck jedoch auf ganzer Linie.
Man kann sie überall ausüben und zusammen mit Ausfallschritten sogar seinen Allerwertesten mittrainieren.
Dann steht einem Sommer in Ultra-kurzen Shorts ja nichts mehr im Weg!
auch hier der Favorit von H&M zur Rich&Royal Lederjacke
Scotch&Soda Blouson / Superga Sneaker/Zara Shorts/Michael Kors Brille
H&M Kimono und Jeans / Schuhe Zara

Montag, 28. Juli 2014

The Fabulous Life of Ricci goes Huffington Post!

Wie ich euch in meinem News-Post bereits erzählt habe, habe ich die Chance bekommen für das renommierte Nachrichten Portal The Huffington Post eine Kolumne zu schreiben.
Gesagt, getan ist mein allerster Post jetzt auf der deutschen HP-Website zu sehen und handelt von meinen Erlebnissen auf der Berlin Fashionweek und der Frage wohin sich diese in Zukunft entwickeln wird.
Wenn ihr meine Kolumne in der Huffington Post lesen wollt, könnt ihr einfach diesem Link hier folgen:
http://www.huffingtonpost.de/riccardo-simonetti/jenseits-der-frontrow-wohin-entwickelt-sich-die-berliner-fashionweek_b_5616529.html
Jenseits der Frontrow.

Ich kann euch auch schon einen Vorgeschmack auf den nächsten Text geben - ein Interview.
DIMITRI Designer Dimitrios Panagiotopoulos spricht mit mir über das Gefühl Lena Gerke in seinen Kleidern zu sehen, ein Leben zwischen drei Ländern zu führen und was er über die Berlin Fashionweek denkt.
Das Interview wird jedoch auch hier auf meinem Blog erscheinen.


Ich freue mich wirklich sehr über die Chance meine Carrie Bradshaw Träume leben zu können und möchte diese Kolumne (ähnlich wie meinen Blog hier) nutzen um der Welt da draussen zu zeigen, dass man auch als Model oder allgemein modebegeisterter Mensch mehr als Oberflächlichkeit zu bieten hat und ich möchte diese Gelegenheit auch nutzen um mich bei EUCH zu bedanken. All die Glückwünsche und die liebevolle Unterstützung, die mir durch euch, meine Leser und die Besucher meiner Facebook Seite widerfahren ist, bedeutet mir wirklich mehr, als dass ich es hier in Worte fassen könnte.
Ich hoffe ihr begleitet mich auch weiterhin auf meinem Weg und findet ebenso Freude daran meine Worte in der Huffington Post nachzulesen.

Freitag, 18. Juli 2014

Ernstings Family in Hamburg.

Ernstings Family Fashion Event

Gerade mal einen Tag aus Berlin wieder zu Hause ging es vergangenen Donnerstag nach Hamburg für die Kollektionspräsentation von Ernstings Family.
Für mich eine absolute Premiere, sowohl der Abend an sich, als auch ein Aufenthalt in Hamburg! (Kaum zu glauben, ich weiss)


#ootd goes Hamburg!

Und weil ich wirklich wenig Zeit in HH hatte, wollte ich auf Nummer sicher gehen und zumindest zwei äusserst wichtige Dinge abhaken - den Hafen und Showtranse Olivia Jones, beides ist mir gelungen, juhu!
Hamburgs Beste - Olivia Jones

Nach meiner Ankunft in Hamburg und einem kurzen Abstecher an den wunderschönen Hafen, ging es gleich zurück ins Hotel um mich aufzuglammen für die Party des Abends.
Ernstings Family (wir alle kennen den Fernsehslogan, den ich persönlich seit Tagen im Ohr habe)lud zur Präsentation ihrer neuen Kollektion, die kurze Schottenröcke aus Tweed und Retro-inspirierte Strickjacken mit klassischen Elementen mixte.
Zara Headpiece and Shoes / Xetra Italia Bag / Atmosphere Overall and VintageSequin Blazer

Obwohl das Familienunternehmen für klassische Alltagsmode in jeder Altersklasse steht und auch traditionsbewusst als Familienunternehmen auftritt, habe ich selten ein Event besucht, das so viel zu bieten hatte und mit so viel Liebe zum Detail gestaltet wurde. Neben den prominenten Models (unter anderem Rebekka Mir, Jana-Ina Zarella und Monica Ivancan, Sulla aus dem Cro Video und meiner Freundin Lovelyn Enebechi) gab es auf dem Laufsteg auch Tänzer, Ballettperformances und sogar Menschen auf schwindelerregenden Stelzen zu sehen!
Nach rasanten Outfitwechseln von Unterwäsche bis Winterbekleidung, veränderte sich der Hintergrund laufend und sogar das Wetter spielte eine Rolle, denn zum Abschluss gab es dann noch einen regelrechten Schneesturm zu sehen, der bis in die Frontrow wehte und meinen schwarzen Overall für ein paar Sekunden in winterliches weiss hüllte.
Nach der Show ist vor der Show, zumindest schien das das Motto gestern Abend in Hamburg gewesen zu sein. Im Anschluss gab es noch ein Dinner in der opulenten Kulisse des Hotel Atlantic Kempinski und ein DJ sorgte noch lange für die richtige Atmosphäre.

In der Frontrow feierten lovely Bonnie und ich unser Wiedersehen

Neben vielen prominenten Gesichtern, habe ich mich sehr gefreut ein Teil des Abends sein zu dürfen, da bei Ernstings Family der Name wirklich Programm zu sein scheint und die ganze Veranstaltung sehr familiär und wundervoll vertraut wirkte. Vom Empfang bis zum Ende schien sicher jeder wohl zu fühlen und kam schnell mit den anderen Gästen ins Gespräch. Vielen Dank an Ernstings Family für diesen wundervollen Kurztrip! Ich bin schon sehr gespannt, was uns nächste Saison erwartet.

Man of the Night - Marcello von Ernstings
Mein Look noch mal bei Tageslicht =)
Familientreffen bei Ernstings-Lovelyn Enebechi-von mir auch ätschibätschi genannt ;)

Donnerstag, 17. Juli 2014

Confessions of a hopeless Dreamer Part 6 - Tabloid Confessions.

Das Rampenlicht war bereits als kleines Kind mein Ziel (ich weiss, das habt ihr mittlerweile alle mitbekommen) und so setzte ich mich schon früh mit den Vor- und Nachteilen auseinander, die ein Leben in der Öffentlichkeit mit sich bringen würde.
Man würde viel Reisen und interessante Persönlichkeiten treffen, anderen Menschen helfen können und die atemberaubendste Mode der Welt tragen dürfen - auf der anderen Seite wäre man oft alleine, Privatsphäre würde man gar nicht mehr kennen und mit erfunden Geschichten über die eigene Person, müsste man einfach klarkommen.
Vereinfacht ausgedrückt habe ich mir das in meiner kindlichen Naivität so vorgestellt und umso näher ich meinem grossen Traum komme umso mehr darf ich feststellen, dass sich davon doch eine Menge bewahrheitet.
Ich wusste auch, dass ich eines morgens aufwachen würde und dreiste Lügen über mich in der Zeitung stehen werden und es da draussen Menschen gibt, die genau diese Lügen glauben werden.
Wenn ich es so recht bedenke, unterscheidet sich das jedoch nicht wirklich von meiner Jugend in Bad Reichenhall, vom dem her bin ich einiges gewöhnt und interessiere mich glücklicherweise nicht wirklich für die Meinung solcher Menschen.

Mein angebliches Statement im GET LUCKY MAGAZIN

Gestern Morgen war es dann jedoch so weit, dass ich mit genau so etwas konfrontiert wurde und ganz egal war es mir dann aber nicht, weil es sich anders als erwartet nicht einfach um eine Gesichte über mich handelte, sondern um ein Zitat, das aus meinem Mund stammen soll.
Ich hatte vor ein paar Wochen einem Interview zum Thema Liebe und Sexualität zugestimmt und sollte etwas zu der sehr intensiven Beziehung zu meiner besten Freundin Anna erzählen.
Ich wollte die Gelegenheit nutzen um einen kleinen Beitrag zu leisten und das Schubladen-Denken der heutigen Gesellschaft vielleicht ein bisschen zu bekämpfen und formulierte daher folgendes Statement:
''Ich glaube, dass man Verbundenheit oder Liebe über Sex hinaus definieren kann und wahre Seelenverwandschaft nicht zwingend etwas mit Sex zu tun haben muss. Die Gefühle, die ich für meine beste Freundin empfinde sind in erster Linie sicher nicht sexueller Natur, aber am Ende vielleicht sogar intensiver als die, die man in einer konventionellen Beziehung verspürt''


Was daraus wurde könnt ihr alle im aktuellen Get Lucky Magazin nachlesen. (Yay...)
Ich weiss gar nicht ob ich lachen soll oder mich einfach nur fremdschämen, denn abgesehen davon, dass aus meiner ehrlichen Liebeserklärung einfach 'ich bin a-sexuell' (sprich - ich habe keine Sexualität) wird und man das Ganze so schildert, als würde es tatsächlich von mir kommen, wurde nicht nur mein Name falsch geschrieben, sondern auch die Altersangabe. (bis ich wirklich 25 bin, passiert mir sowas dann hoffentlich nicht mehr).
Ich meine im Ernst, was war denn die Aufgabe? Packe möglichst viele Fehler in den kürzesten Satz, den du dir vorstellen kannst?
Als ich mit meinen Freundinnen sprach und die sich nach einem Lachanfall erst mal wieder beruhigen mussten, meinten alle ich sollte es ignorieren und dass ich mich lieber daran gewöhnen sollte, Lügen über mich selbst zu lesen.
Und das ist der springende Punkt dabei - es kümmert mich überhaupt nicht, dass mich Menschen für a-sexuell halten könnten (eigentlich finde ich das sogar mal eine willkommne Abwechslung), aber ich hatte wirklich etwas im Sinn als ich dem Ganzen zugestimmt habe und bin einfach enttäuscht, dass man mein Vertrauen missbraucht hat und eine so durchdachte Botschaft, wie ich sie ursprünglich im Sinn hatte,  ignoriert bloss um eine möglichst treffende Schlagzeile zu finden.
(Schäm dich, Burda Verlag!)
Ich setze mich stark dafür ein, dass Menschen aufhören ihre sexuelle Identität in schwarz und weiss zu unterteilen und stattdessen mehr nach einem Menschen suchen sollten, der sie glücklich macht und dass mich das nicht gleich a-sexuell stempelt, dürfte einem horizontlosen Vollidoten vielleicht nicht bewusst sein, einem gebildeten Journalisten aber schon.
Das ist nicht das erste Mal, dass mir in einem Interview die Worte im Mund umgedreht werden (und mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auch nicht das letzte Mal), aber in diesem Fall ist es mir wichtig, dass zumindest die jenigen, die diesen Blog hier lesen, wissen, was ich wirklich im Sinn hatte, denn dafür ist mir das Thema (und das Mädchen um das es geht) einfach zu wichtig.
Während ich - meiner Sexualität beraubt - nun diesen Blogeintrag verfasse, hoffe ich, dass zumindest ein paar von euch die ursprüngliche Botschaft verstehen können und sich nicht von solchen gedruckten Worten beeinflussen lassen.
Amy Winehouse sagte einmal 'In den Zeitungen von heute, wird morgen toter Fisch eingewickelt' und zum ersten Mal im Leben, kann ich wirklich nachvollziehen, was sie damit meinte…

PHOTO BY ANGELA PERON PHOTOGRAPHY

Montag, 14. Juli 2014

My Berlin Fashionweek Diary - S/S 2015.

Wie ihr alle wisst fand vergangene Woche die Mercedes Benz Fashionweek Berlin statt und das waren so viele Eindrücke für mich, dass ich erst mal durchatmen musste um das Gesehene zu verarbeiten.
Harpers Bazaar Put me on their Cover at Bikini House Berlin

Bevor die eigentliche Fashionweek jedoch losging, hiess es für das Model in mir sich die Füße wund zu Laufen und von Casting zu Casting zu tingeln.
Nichts desto trotz ist Fashionweek jedes mal eine ganz besondere Erfahrung, bei der man viele Bekannte und Freunde trifft, Glamour-Luft schnuppern darf und vor allem einen Vorgeschmack auf die Mode von morgen bekommt.
Dass das viel Spass, aber vor allem eine Menge Arbeit bedeutet, würde ich euch gerne in meinem persönlichen Fashionweek Tagebuch zeigen.


DAS WE vor der FASHIONWEEK - CASTINGS.
Castings, das ist wohl der Alltag eines Models und vor allem bedeutet das eines - Enttäuschung. Man stellt sich vor, zeigt sein Buch, probiert etwas an und das drei tage lang - überall in Berlin. Der Ansturm dabei ist so gross, dass manche das Handtuch werfen, bevor es überhaupt losgeht.

GNTM 2014 - Stefanie Giesinger

Dass die ganze Mühe sich oftmals gar nicht lohnt und viele komplett ohne Job wieder nach Hause fahren müssen ist kein Einzelfall.
Für mich hat es dieses Mal jedoch bei zwei Shows geklappt und ich habe mich gefreut, dass ich für Perlensäue auf den Laufsteg durfte. Ein kleines Fotoshooting hatte ich in diesen zwei Tagen auch noch.

Montag.

The Belvedere Hotel

Die letzten Anproben und Castings hinter mich gebracht, ging es für mich Abends zur Fashionweek-Präsentation des Labels Kauffeld und Jahn, die den Auftakt der Berliner Modewoche darstellen.
Obwohl ich in der Frontrow sass, konnte ich die Show nicht richtig geniessen, weil ich mich viel zu sehr über die Dame auf dem Platz neben mir ärgern musste. Dabei handelte es sich um Bachelor-Kandidatin Angelina Heger, die leider durch ihr extrem unhöfliches Benehmen und weniger geistig wertvolle Aussagen jedes Vorurteil bestätigte, dass man von ihr haben könnte.
MARNI headpiece / Nicola Fegg Kimono / Xetra Shorts

Nach der Show ging es zur Opening Party des Belvedere Hotels, die mich all meinen Ärger vergessen liess.
Im Anschluss ging es noch zur legendären Dandy Diary Party, die dieses Jahr mit Scooter, schnellen Autos und Boxludern auftrumpften.

Dienstag.

Rock Forever 21.

Ein bisschen müde vom Vorabend startete die offizielle Fashionweek für mich mit der Show von Lena Hoschek, die mit Afrika-Print bedruckten Kleidern und Kopfschmuck mein Herz erobert hat.

Rebekka Ruetz

Die Messlatte für diesen Tag war also hoch, doch auch ihre Nachfolgerin Rebekka Ruetz konnte problemlos daran anknüpfen und liess ihre Models in Carrie Bradschaw Tutus, transparenten Sweatern und Zuckerwatte über den Laufsteg laufen.
DYN zeigte Pastell Töne auf Herrenoutfits und eine Jacke, die mir bis heute nicht mehr aus dem Kopf geht.

Ein bisschen enttäuscht war ich jedoch von Killian Kerner, der seine Sommerkollektion 2015 der Popmusik widmete und zwar schöne, aber schlichte Looks präsentierte, während ich mir unter dem Motto etwas mehr POP gewünscht hätte.
Nach einem kurzen Besuch der Aftershow Party von Lena Hoschek ging es dann aber auch schnell ins Bett, damit ich am nächsten Tag fit genug für einen weiteren vollgepackten Fashionweek Tag sein würde.

Mittwoch.
GLAW eröffnete meinen Terminkalender am Mittwoch und zeigte neben metallic farbenen Long-Westen und glamourösen Abendkleidern eine weniger rockige Kollektion, als noch in der Wintersaison.
Besonders gut hat mir gefallen, dass die Models alle Krönchen getragen haben und dabei aussahen wie moderne Prinzessinnen.


Nach der Show ging es sofort ins Hotel Adlon, wo man im China Club einen Blick auf die neue Schmuckkollektion von Thomas Sabo werfen konnte.


Direkt im Anschluss ging es zurück nach Wedding, wo Marcel Ostertag seine von der Strasse gecasteten Mädchen in Models verwandelt hatte und bunte Sweatshirts, Abendkleider und wunderschöne Jumpsuits zeigte.

Marcel Ostertag Spring/Summer 2015

Marcels Show ist mitunter die Show, mit der besten Stimmung - das liegt zum einen an der fantastischen Showmusik und zum anderen an der Tatsache, dass er seine Show meistens selbst eröffnet und in High Heels über den Laufsteg läuft.
Marcel Ostertag Coat / Zara Blouse and Shoes / Vintage Shorts

Obwohl auf meinem Plan noch die Party von Marcel Ostertag und die Präsentation von Patrick Mohr standen, musste ich eine kurze Frontrow Pause einlegen und selber in die Maske um für die Show von Perlensäue fertig gemacht zu werden.


Eines der mega extravaganten Headpieces liess ich gleich an und besuchte die Aftershow Party von unser aller Lieblings-Fashion Experte Guido Maria Kretschmer.
Dort gab es wirklich eine Menge Stars zu sehen und zudem auch noch blaue Zuckerwatte und Feen-Mädchen, die neben Rosenblättern, Seifenblasen und Bodyglitter auch noch die perfekte Stimmung im Raum verteilten.

Perlensäue Headpiece / H&M Look

Als wäre das noch nicht genug war auch noch ein Besuch im Kitty Cheng fällig, denn dort feierte It-Girl Bonnie Strange ihren Geburtstag und die Mädchen vom Blogger Bazaar luden zur Party.
Nach der Party ist vor der Arbeit - zumindest für mich, denn mein Arbeitstag war auch um drei Uhr morgens noch lange nicht beendet.
Wie ihr vielleicht wisst, spiele ich in der Dokumentation A Certain Person eine der Hauptrollen und hierfür drehten wir auch Szenen nachts in Berlin - um halb sechs Uhr morgens fiel ich dann aber auch ins Bett. (wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob ich dabei geschlafen habe oder einfach nur ohnmächtig geworden bin haha)

Donnerstag.
Der Tag, der mir schon die ganze Woche im Magen lag - so viele Termine und viel zu wenig Zeit.
Angefangen hat es mit Newcomerin Roshi Porkar, die ihre Avantgarde Kollektion mit Unterstützung der deutschen ELLE präsentieren durfte. Zu bestaunen gab es außergewöhnlich weite Silhouetten und Kunstpelz-Kleider.
Elle presents Roshi Porkar

Danach ging es mit dem Shuttle von Mercedes Benz direkt zum Interview mit Tilda Swinton, die das Gesicht der aktuellen Fashionweek ist und mir erzählte, dass sie modisch gesehen nichts bereuen würde, was sie jemals getragen hätte, weder was Frisuren angeht, noch Kleidung. 
(und wir erinnern uns alle an ihre extravaganten Red Campet Looks der letzten Jahre)

Tilda Swinton

Nach diesem Interview-Intermezzo ging es ins Soho House Berlin.
Ein Luxushotel, das die wohl schönsten Erinnerungen unserer Kindheit beherbergen durfte -Disney.
Im Soho House konnte ich mir ein Bild der von Disney inspirierten Designerkollektionen ansehen und gleich mal in die aktuellen Givenchy-Sneaker schlüpfen.

Disney x Givenchy

Als ganz besondere Überraschung bekam ich ein wirklich einzigartiges Geschenk - eine Ricci Maus.
Ulrich Schröder ist Zeichner bei Disney und malte mir ein Bild von Mickey Maus mit Blumenkranz auf einen Seidenschal von Codello.

Ricci Mouse

Dass dieser mir nun natürlich zu wertvoll ist um getragen zu werden, dürfte ja wohl klar sein - also wandert er direkt in einen Rahmen und wird mich von nun an immer an dieses schöne Event erinnern.
Als wäre das noch nicht genug Aufregung für einen Tag, ging es danach zur Show des Münchner Labels Holy Ghost, die auch wesentlich sportlicher wurden und ihre Models sogar in Sneakern über den Laufsteg schickten. Obwohl es auch hier viele Jumpsuits zu sehen gab, war mein Favorit jedoch ein weisses Hemdkleid, das durchaus auch an einem Mann gut aussehen würde.

Dirndl Liebe Headpiece / H&M Outfit

Kaum war die Show zu Ende, musste ich aber auch gleich los und sprintete in Rekordzeit zum Taxi, das mich gerade noch pünktlich zur Show von DIMITRI gebracht hat (es grenzt nahezu an ein Wunder).
DIMITRI (Bilder Vogue)

DIMITRI ist nach einer Pause im Januar glücklichweise auch wieder auf der Fashionweek vertreten und zeigt in der Sommerkollektion 2015 strahlende Farben und glamouröse Alltagsmode. 
Kimonos in düsterem schwarz oder Leo-Print machten die Show von DIMITRI auch dieses Jahr wieder zu meiner absoluten Lieblingsshow.

After the Show with Designer Dimitri Pangiotoupulos

Nach einem kurzen Talk mit dem Designer, ging es für mich als Münchner natürlich zurück zur Party von Holy Ghost.
Der Tag war jedoch noch lange nicht zu Ende, denn ein grosser Termin stand mir noch bevor - das Shitpaper-Launch Event.

With the lovely Editor in Chief herself - Bonnie Strange

So hesist das neue Magazin aus der Feder von Bonnie Strange, anders als der Name es vermuten lässt, kreierte die 28-Jährige zusammen mit ihrem Team eine wahre Trendbibel im Hochglanzvormat.
Die sieben Euro sind wirklich eine super Investition, die das Herz von Schnäppchenjägern und Fashionistas höher schlagen lassen wird.

On the Red Carpet with Sarah-Anessa, Anika and Anika's Ass

Zu kaufen gibt es das Magazin im Berliner THE SHIT SHOP und im Online Shop.
Unter all den Partys, war diese hier mein Favorit - denn neben glamourösen 70s-Outfits, einer glücklichen Gastgeberin und einer ausgelassenen Stimmung, gab es hier wirklich die beste Musik - Old School Hip Hop und Popmusik, was wollen wir mehr?
So schön die Party auch war, musste ich mich an diesem Abend masslos über ein offensichtlich zurückgebliebenes Guido Maria Kretschmer Model ärgern, das es doch tatsächlich geschafft hat mein Handy auf dem Boden zu werfen und das Display in eine Millionen Stückchen zerspringen zu lassen.
Damit es euch anders ergeht, als mir - gebe ich euch hiermit den Tipp wieder auf Selfies umzusteigen und euer Handy niemals aus der Hand zu geben!
Als ich dann festgestellt habe, dass Instagram noch funktioniert, war der erste Schock jedoch verdaut und mein Leben bekam wieder einen neuen Sinn.

Freitag
Der letzte Tag der Berlin Fashionweek fand für mich nicht im Mercedes Benz Zelt statt, sondern an einem Strand, auf dem das FashionbloggerCafe 2014 einlud.
Mit Masha, Angela und Lisa beim FBC14!

Das FBC ist das ideale Event um seine Bloggerkollegen kennenzulernen und einfach eine Menge Spass unter Gleichgesinnten zu haben.
Dass ich dadurch leider ein paar Fashionshows verpassen musste, war dann etwas das man gerne in Kauf nimmt.
Nachdem ich ein Interview gegeben hatte und mit Masha Sedgwick Titanic gespielt habe, ging es jedoch auch gleich weiter zum Fitting.

Jack, ich fliege!

Denn ich hatte noch einen Modeljob zu absolvieren und fühlte mich mit meinem rockigen Show Make Up sichtlich wohl.

Lange auf der Party danach verweilen konnte ich jedoch nicht, denn die grösste Abschlussshow der Berlin Fashionweek rief schon nach mir - Michael Michalskys Stylende.

H&M Oufit / Anabel Fiebelkorn

Die riesige Party im Berliner Tempodrom sorgte mit der neuen Michalsky Kollektion und einem Auftritt von Rita Ora für eine Menge Gesprächsstoff.
Ich entschied mich mein Show Make-Up einfach draufzulassen (ich hätte auch sowieso keine Zeit gehabt mich abzuschminken) und trug einen bodenlangen Rock und dazu eine Krone von Anabel Fiebelkorn.
Wann die Nacht endete, kann ich nicht genau sagen, was ich jedoch weiss, ist dass ich am nächsten Tag auch keine Pause hatte.


Ok, für ein Date mit Fotograf und Lieblingsberliner Ruben Jacob Fees hat es dann doch gereicht, aber für den Abend stand der letzte Drehtag für die Filmdoku A Certain Person an und die Fashionweek Closing Party.
On the way with the team - Victor, Lotti & Laura

Fünf Uhr morgens und die Fashionweek ist offiziell um und mein allerster Film ist abgedreht. (wohoo eigentlich hätte das Feiern jetzt erst beginnen müssen, dafür war ich dann aber doch zu müde ;) )
With Maria from Glaw and Jack Strify

Alles in allem war es eine Woche, in der natürlich alles anders gelaufen ist, als wie geplant. Vieles davon war sehr stressig, aber Spaß hatte ich auch mehr als genug.
Es ist witzig, dass die meisten Menschen behaupten Fashionweek wäre eine rein oberflächliche Veranstaltung, denn für mich ist es wie eine Art sehr intimes Klassentreffen, das mich jeden Tag daran erinnert, wohin ich im Leben möchte und mich meinem grossen Traum ein Stück näher bringt und dazu inspiriert weiterzumachen, auch wenn man oft mit Enttäuschungen zu kämpfen hat.

Vielen Dank an alle Designer, PR-Agenturen und Veranstalter für eine mehr als vollgepackte Fashionweek! Und an Nicola, bei der ich glücklicherweise wohnen durfte =)
Ich kann die nächste schon kaum erwarten ;)

Und falls euch das noch nicht gereicht hat, hier noch ein paar weitere Schnappschüsse:
Backstage at Perlensäue Show
With my former Boss from INSYTLE - Annette Weber
Backstage before the Runway
Birthday Girl
DIMITRI Spring Summer 2015
I got shot by Joseph Wolfgang Ohlert